Tauchreisen
Auf zum Rüttler nach Hemmoor
Vom 4. bis 6. September hatte die Zeitschrift Wetnotes zur Messe an den Kreide-See nach Hemmoor eingeladen. Unser Verband IDA nahm dies als Anlass, das alljährliche Tauchlehrer-Treffen dort zu veranstalten, bei dem wir natürlich gerne teilgenommen haben.
Nach einer Fahrt von 6 Stunden bis in den Norden Deutschlands, kamen wir endlich an unserer Unterkunft direkt am See an und wurden gleich vom stürmisch regnerischen norddeutschen Wetter begrüßt. Davon ließen wir uns aber nicht die Laune verderben, bezogen unser Zimmer und stiegen nach einer kurzen Anmeldung direkt in unsere Tauchanzüge.
Der Kreide-See in Hemmoor ist ein Baggersee, in welchem bis 1976 Kreide abgebaut wurde. Heute zählt der See zu einem der beliebtesten Tauchspots in Deutschland und zieht jährlich über 30.000 Taucher an.
Besonders der 'Rüttler' - eine frühere Anlage zur Trennung von Gesteinen, die bis auf über 30 Meter Tiefe hinabgeht - hat es den Tauchern angetan. Leider kommt es am Kreidesee, trotz seiner großen Sichtweiten wohl aufgrund von Überschätzung der Einflüsse von Kaltwasser immer wieder zu Tauchunfällen.
Nach unseren sicheren Tauchgängen konnten wir aber am späten Nachmittag noch mit einigen Messeteilnehmern sprechen und uns mit Tauchbegeisterten und Händlern austauschen.
Insgesamt ein sehr interessantes und lustiges Wochenende mit der absoluten Empfehlung an jeden Taucher, den Kreide-See selbst einmal zu besuchen.
Safari mit Wrack-Tour
Ende Juni 2026 war es wieder soweit. Wir sind dem Ruf der Independence III zur Wrack-Tour nach Ägypten gefolgt.
Schon früh am Donnerstagmorgen trafen wir uns mit unser befreundeten Tauchschulen aus Heilbronn und Frankfurt am Frankfurter Flughafen, von wo aus es direkt nach Hurghada ging. Dort angekommen wartete auch schon unser Fahrer mit unserem Transfer auf uns. Die nächsten zweieinhalb Stunden ging es über ägyptische Straßen nach Port Ghalib, wo wir am späten Abend ankamen, unsere Zimmer bezogen und bereits unser Equipment vorbereiteten.
Nach unserer ersten Nacht im Hafen und einer Sicherheitsunterweisung am nächsten Morgen, konnten wir endlich am Freitagmittag in See stechen und den Hafen von Port Ghalib verlassen. Unser Ziel war an diesem Tag das XXX-Riff. Nach dem Briefing von unserem Guide Annika, ging direkt der Check-Dive vor Ort los, der uns nach ca. 50 Minuten wieder zurück zu unserem Safariboot führte.
Nach einem Snack und einem leckeren Abendessen ging es über Nacht weiter zum Tauchplatz 'Little Brother' - einem Teil des Tauchreviers 'Brothers Islands'. Hier erwartete uns beim Early-Morning-Dive bereits eine ordentliche Strömung, dafür aber auch wunderschöne Korallen, Muränen und ein neugieriger Napoleon. Nach dem Erkunden der Unterwasserwelt ging es am Abend bereits weiter zum 'Big Brother', dessen Welten wir am nächsten Tag erkunden durften.
In der anschließenden Nacht fuhren wir dann über 10 Stunden in Richtung Norden an die Küste der Halbinsel Sinai, wo unsere eigentliche Wrack-Tour startete. Hier warteten an diesem und in den darauffolgenden Tagen die Dunraven, die XXX und als absolute Krönung die Thistlegorm inklusive eines Nachttauchgangs auf uns.
Nach den spektakulären Erkundungstouren gab es noch ein besonderes Highlight. Während unseres Stopps am 'Dolphin-House' wurden wir immer wieder von neugierigen Delfinen besucht, die sich offensichtlich einen Spaß daraus machten, uns mehrmals zu überraschen und zu umkreisen. Den Abschluss gab es dann beim Sunset-Tauchgang, nach dem Tobi seinen 100. Tauchgang zusammen mit allen Tauchern bei einer Dose Stella feiern konnte.
Alles in allem möchten wir unseren Dank an Annika und Renate von Bluewater-Safaris sowie der gesamten Besatzung des Safariboots aussprechen, die uns wieder einmal eine unvergessliche Woche auf See mit tollen Erlebnissen und leckerer Verpflegung ermöglicht haben.
Zu Gast bei unseren Freunden vom Ilsesee
Das Netzwerk der IDA-Tauchbasen ist weltweit gestreut. Mitte Juni zog es uns allerdings in die südlichen Gefilde Deutschlands zu unseren Freunden von der Tauchbasis Ilsesee.
Der Ilsesee ist ein etwas weiter südlich von Augsburg gelegener und durch Grundwasser gespeister See, der durch einen ehemaligen Kiesabbau entstand. Aufgrund des fehlenden Zu- und Ablaufs und der sensiblen Flora und Fauna herrschen hier ganz besondere Regeln und Anforderungen an eine saubere Tarierung.
Nachdem wir am Mittwochabend vor Fronleichnam angereist waren und uns abends in unserem hoteleigenen Restaurant gestärkt hatten, ging es am nächsten Morgen direkt an den See. Bereits hier begrüßte uns Ingo mit einem herzlichen "...und wehe ihr berührt den Grund unseres Sees!".
Bei der darauffolgenden Unterweisung durch die Tauchbasis konnten wir einen Einblick in die Entstehung des Tauchgebiets gewinnen und wurden darüber aufgeklärt, wie fragil der See und dessen Pflanzen auf Eingriffe durch uns Taucher reagieren können. Daher war für nicht speziell eingewiesene Taucher auch nur der Bereich C zugänglich, der allerdings seinen ganz eigenen Charme hat. Aus diesem Grund waren Unterwasseraufnahmen in diesem Fall nicht erlaubt - was aber kein Problem für uns war. Dennoch waren wir absolut begeistert und konnten die wunderschönen Tauchgängen genießen, auch wenn Igor - ein ca. 2 Meter langer Stör und heimlicher Chef des Sees - sich für uns nicht hat blicken lassen.
Auch das leibliche Wohl wurde von uns am ersten Tag nicht vernachlässigt. Zum Abschluss eines tollen Tauchtages ging es mit der Bahn nach Augsburg in das Riegele Wirtshaus, in dem wir den Tag ausklingen ließen.
Und weil Essen in guter Gesellschaft immer gut tut, wurde von der Tauchbasis Ilsesee am letzten Abend mit Gyrosspieß und Fassbier ein weiteres Highlight organisiert.
Unser Dank gilt Jörg, Ingo und natürlich dem gesamten Team der Tauchbasis Ilsesee.
Einblick in den Tayrona Nationalpark (Kolumbien)
Manche Reisen führen uns in die Ferne. So auch im März 2026, als ein Teil des HTT sich auf eine Rundreise nach Kolumbien begab.
Früher berüchtigt und gefürchtet für seine Kartelle und Drogenbosse, stellt das Land heute eines der touristisch reizvollsten Ziele in ganz Südamerika dar. Neben dem Kaffee-Dreieck und dem Cocora-Valley, dem Flair von Medellin und den Bergen der Sierra Nevada de Santa Marta, hat Kolumbien aber auch unter Wasser etwas zu bieten.
Neben den berühmten Tauchspots von San Andres und Provedencia liegt unmittelbar vor dem kolumbianischen Festland der Tayrona Nationalpark, der für Rituale der einheimischen Bevölkerung teilweise mehrere Wochen im Jahr inkl. der davorliegenden Küstengewässer gesperrt wird. Bei Touristen ist der Park eher für seine Strände und Felslandschaften bekannt, unter Wasser bietet er für Taucher aber ganz andere Reize. Deshalb war es auch für uns etwas besonderes, diesen doch etwas unbekannteren Tauchspot kennenzulernen.
Krustenförmige Hirnkorallen und massive Steinkorallen prägen zusammen mit Granitfelsformationen und Gorgonien (Fächerkorallen) die Unterwasserlandschaft.
Nach einer etwas holprigen und aufregenden Anreise ging es für uns nach dem Flug nach Santa Marta in das kleine und beschauliche Küstenörtchen Taganga. Dort erwarteten uns die Ocean Lovers Taganga, eine kleine Unterkunft mit angeschlossener Tauchbasis, in der uns Lena und die Katze Michu in Empfang nahmen. Nachdem wir unsere Sachen auf dem Zimmer verstaut hatten, trafen wir uns mit ein paar Tauchern und Dive Guides am Stand und ließen den Abend bei einem Essen ausklingen. Am nächsten Morgen begrüßte uns Lisi, unser Guide für den heutigen Tag. Nachdem wir unser Equipment ausgesucht hatten, ging es auch schon mit dem Boot hinaus aufs Meer, direkt vor die Küste des Nationalparks zur Isla de la Aguja, vor der wir zwei Tauchgänge machen durften. Riesige Hirnkorallen und massive Steinkorallen prägen die Unterwasserlandschaft des Küstengewässers, die zusammen mit Granitfelsformationen und Gorgonien einen atemberaubenden Anblick bieten. Gegen Nachmittag konnten wir noch etwas gutes für unsere Meere tun. Zusammen mit Lena, Lisi und weiteren Tauchern nahmen wir an einem Ocean Cleanup teil und konnten die Bucht von Taganga von insgesamt 60 kg Abfall befreien.
Ein schöner Tauchgang in flachem Gewässer, bei dem man eine perfekte Tarierung üben kann - allerdings aber auch erschreckend live zu erkennen, wie wir mit unseren Ozeanen und dem Lebensraum der Meeresbewohnern umgehen.
Bevor es in die Berge der Sierra Nevada de Santa Marta ging, besuchten wir noch, nach einer zweieinhalbstündigen Wanderung, die Strände des Tayrona Nationalparks und konnten vom Land aus betrachten, vor welcher traumhaften Küste wir am Tag zuvor getaucht sind. Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns mit dem obligatorischen Stempel von Lisi in unseren Logbüchern.
Ab nach Dahab in's Blue Hole
45 Grad im Schatten machen einem Taucher nichts aus - dachten wir auf jeden Fall, als wir im August 2024 nach Dahab reisten. Zusammen mit unseren Taucherfreunden aus Frankfurt kamen wir im Happy Life Village unter und konnten 10 spannende Tage in Dahab verbringen.
In Dahab erwarten Taucher die schönsten Tauchplätze weltweit - was wir durchaus bestätigen können. Drei Spots haben es uns besonders angetan:
★ Islands
Ein flacher, labyrinthartiger Hartkorallengarten, der zu den spektakulärsten Unterwasserlandschaften des Roten Meeres zählt. In Tiefen bis 18 Metern taucht man durch Gassen von Korallen und kann Blaupunktrochen beobachten. Der Einstieg ist hier besonders spektakulär, denn man muss sich im seichten Wasser über eine weite Strecke bis hin zu einer Felsspalte vortasten, über die man mittels einem Sprung abtaucht und sich nach einer Kurve das offene Meer mit farbenprächtigen Korallen vor dem eigenen Auge eröffnet.
★ Canyon
Der Canyon ist gewaltiger Unterwasser-Riss im Riffdach, der sich unweit von Dahab im Meer auftut. Die Wände der Spalte ragen bis zu 10 Meter hoch empor und sind oben fast geschlossen. Im oberen Bereich liegt der sandige Boden bei 28 bis 30 Metern. Schaut man in die andere Richtung, kann man aber erkennen, dass der gesamte Riss sich bis in die Tiefe von weit über 40 Metern erstreckt, weshalb dieser nicht betaucht wird. In den Canyon hineinzutauchen ist besonders aufregend.
★ Blue Hole
Das Blue Hole in Dahab ist einer der berühmtesten, faszinierendsten und zugleich berüchtigtsten Tauchplätze der Welt. Es handelt sich um ein gigantisches, kreisrundes Einbruchbecken (Sinkhole) direkt im Riffsaum, das senkrecht in enorme Tiefen von 110 bis 130 Metern abfällt.
Berüchtigt ist das Blue Hole, da es hier leider immer wieder zu Tauchunfällen mit tödlichem Ausgang gekommen ist, als Taucher durch 'The Arch' tauchen wollten - ein 26 Meter langer Unterwassertunnel auf 56 Metern Tiefe, der direkt in das blaue offene Meer führt. Taucher, die ohne entsprechende technische Ausrüstung und Gasmischungen versuchen, den Bogen zu durchtauchen, erliegen oft dem Tiefenrausch. Viel spannender und gleichzeitig auch sicherer ist der Einstiegspunkt 'Bells', der bis etwa 27 Meter in die Tiefe führt und nach dem man sich in südliche Richtigung im Drift dem Blue Hole nähert. In dieses kann man schließlich auf sicherem Wege über den oberen Rand hineintauchen.
Als besonderes Highlight war unser Bootsausflug, der mit einem traumhaften Tauchgang am Gabr el bint endete. Außerdem stand am letzten Abend noch eine Wadi-Party auf dem Programm, bei dem wir mit unseren Guides unser Abendessen mitten in der Wüste hatten.
Tauchen und Wein - das ist fein!
Über die Pfingstfeiertage ging es für uns an einen ganz bestimmten Ort. Dieses Mal war der Geiseltalsee bei Halle in's Visier genommen.
Dabei fiel auf: Offensichtlich sind Taucher direkt am äußeren Erscheinungsbild zu erkennen, auch wenn sie keinen Anzug oder Tauchausrüstung tragen. Anders ist es auch nicht zu erklären, dass uns der ortsansässige Getränkehändler Mike mit den Worten "Ah, da sind ja die Taucher!" begrüßte, ohne uns je zuvor gesehen zu haben. Nachdem wir in unserer Unterkunft eingecheckt und die Zimmer bezogen hatten, genossen wir noch eine Runde frisch gezapftes, bevor es am nächsten Morgen gut gestärkt an den See ging.
Der Geiseltalsee ist ein ehemaliger Tagebau und der zweitgrößte künstliche See Deutschlands. Bei guten Sichtweiten konnten wir schöne Tauchgänge genießen und bei unserer abendlichen Runde Achim zu seiner bestandenen Prüfung zum 1-Stern-Taucher gratulieren.
Am nächsten Tag stand nur ein Tauchgang auf dem Programm, denn die Sonne lockte uns an den gegenüberliegenden Hang des Sees, der als Weinanbaugebiet dient. Bei herrlichem Wetter und ein paar Gläsern Wein, genossen wir die Aussicht über den See und verbrachten den Rest des Abends bei griechischem Essen und dem ein oder anderen Getränk. Ein durchaus gut gelungener Tauchausflug für alle Taucher und Nicht-Taucher des HTT.